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31.07.2010 01:19:04
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Wein in einer sich wandelnden Welt Von Mario Scheuermann
Die Welt wird sich in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts so stark verändern wie es zum letzten Mal an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert der Fall war, dem Zeitalter der Entdeckungen. Diese Veränderung wird praktisch alle Bereiche des menschlichen Lebens betreffen. Das liegt zum einen an den tief greifenden Veränderungen durch den Klimawandel. Unabhängig davon wodurch und wie entstanden, wie hoch der Anteil des Menschen ist, egal welche der möglichen Szenarien tatsächlich eintreffen, der Wandel wird so oder so fundamental sein. Die Welt von morgen wird anders aussehen und anders schmecken. In Verbindung mit absehbaren Entwicklungen in der Gen- und Nanotechnologie oder auch der Kybernetik und der satelliten- gestützten Kommunikation werden Nahrungsmittel unter völlig anderen Bedingungen angebaut und verarbeitet werden als heute. Auch der Wein. Wie die Zeitschrift „Euro am Sonntag“ einer aktuellen Titelgeschichte berichtet, steht der Markt für landwirtschaftliche Güter vor dem grössten Umbruch seit Jahrzehnten. Mit dem Wohlstand in Asien wächst auch der Hunger auf neue Nahrungsmittel. „Die dicken Kinder von Peking werden zum Mega-Geschäft.“ In wenigen Jahrzehnten werden wahrscheinlich Hunderte von Millionen Inder und Chinesen vorgeben, was dann in der Welt des Weins fashionable und damit erfolgreich sein wird. Wenn es Europa nicht gelingt sich wirtschaftlich, wissenschaftlich und politisch gegen diese aufstrebenden Länder zu behaupten, droht uns in der nächsten Stufe nach der „CocaColaisierung“ und der „McDonaldisierung“ die „Disneylandisierung“ weiter Teile dieses Kontinents. Das Alte Europa als gigantischer Freizeitpark für Touristen aus Amerika sowie dem fernen und mittleren Osten. Es wird dies die erste Selbstkolonialisierung in der Geschichte der Menschheit sein. In den etwas mehr als 500 Jahren, seit Kolumbus Amerika entdeckte und Vasco da Gama den Seeweg nach Indien erkundete, können wir nicht nur eine kontinuierliche Globalisierung von Handel und Wirtschaft beobachten, sondern auch eine immer schneller voranschreitende Globalisierung des Geschmacks, der Moden und der Gewohnheiten. Dieser Prozess hat sich in den letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts durch die elektronische Revolution der Kommunikation nochmals beschleunigt und intensiviert. In der "zweiten Informationsgesellschaft" wird die Kommunikation eine für manchen heute noch immer schwer vorstellbare Dimension erreichen. Ich meine damit nicht das mobile Telefon, das auch photographieren kann oder den Minicomputer, mit dem man auch telefoniert. Das Internet ist das am schnellsten wachsende Kommunikations‑Medium in der Geschichte der Menschheit. Das Radio hat 38 Jahre, das Fernsehen 13 Jahre gebraucht, bis es in den USA 50 Millionen Haushalte erreichte. Das Internet war bereits 1998, fünf Jahre nach seiner allgemeinen Öffnung, an diesem Punkt angelangt. Im Jahr 2000 nutzten es bereits mehr als 200 Millionen Menschen, im Jahr 2002 insgesamt 580 Millionen und Ende dieses Jahres werden es voraussichtlich 1 Milliarde Internetnutzer weltweit sein. 2002 lag Europa mit insgesamt 185,83 Millionen Nutzern in der „Kontinentalwertung“ auf Platz 1. Knapp dahinter rangiert Nordamerika (USA und Kanada) mit 182,86 Millionen Nutzern vor dem asiatisch-pazifischen Raum mit 167,86 Millionen Onlinern. Nur zwei Prozent aller Internet-Nutzer kamen aus dem Mittleren Osten oder Afrika. Und auch aus den bevölkerungsreichen Regionen Lateinamerikas kommen gerade einmal sechs Prozent aller User. Wir erleben derzeit das Zusammenwachsen von Computer, Telekommunikation, satellitengestützen globalen Navigationssystemen mit allen Formen des Verkehrs, der Logistik und der Nahversorgung sowie der dafür nötigen Bezahlsysteme. Diese integrierte Kommunikation wird das alltägliche Leben völlig umkrempeln. Schon 1999 schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ vom 16. 02. 1999) anlässlich eines "Technology-Investment-Symposions in New York Das Internet wird das Leben der Menschen geschäftlich und privat total verändern .... Die Breitband-Kommunikationswege breiten sich so schnell aus, dass kein Stein auf dem anderen liegen bleiben wird. Die One‑World‑Kultur der Zukunft: global, digitalisiert und vernetzt. Die Menschen nicht mehr getrennt nach Rassen oder Religionen, Hautfarben, Kapital oder Lohn, Nord oder Süd sondern eingeteilt in nur noch zwei Kategorien User oder Nicht‑User. Die menschliche Existenz reduziert sich so gesehen auf einen binären Code. Die Globalisierung ist freie Wildbahn pur, in der der Stärkere überlebt und der Schwächere zugrunde geht bzw. nur noch in einer Nische überleben kann. Aber um den Preis eingeschränkter Mobilität und mit nicht mehr versehen als einer Grundversorgung. Das hört sich unmenschlich an. Aber wir selbst sind es die diese Entwicklung herbeigeführt haben und sie weiter vorantreiben. Beide Fronten - wirtschaftliche Globalisierung und Klimawandel sind letztendlich hausgemacht und sie rollen unausweichlich auf uns zu. Das so genannte solare Zeitalter ist dabei in meinen Augen nur ein Durchgangsstadium. Allerdings ein sehr entscheidendes; denn für viele Millionen Menschen, wird es dabei bereits um Sein oder Nicht Sein gehen Aber das postsolare Zeitalter – die fossilen Energien sind aufgebraucht, die Atomkraft gehört der Vergangenheit an genauso wie die regenerativen Energien von heute und morgen – zeichnet sich bereits am Horizont ab. Es ist ein Zeitalter, in dem der Mensch tatsächlich die Kraft der Sonne mit der kontrollierten Fusion dienstbar machen wird und gleichzeitig nach den Planeten und dann nach den Sternen greift. Doch beschränken wir uns auf die kommenden 50 Jahre. Dieser Zeitraum besitzt aus Sicht des Winzers eine innere Logik. Wer heute einen Weinberg pflanzt damit die nächsten beiden Generationen um die Mitte des 21. Jahrhunderts „vieilles vignes“ haben, muss jetzt überlegen was er anpflanzt, wo er es anpflanzt und wie er es anpflanzt. Wenn wir aber wissen wollen wie die Weinwelt des Jahres 2050 aussehen könnte, müssen wir zunächst danach fragen, unter welchen politischen, wirtschaftlichen und klimatischen Rahmenbedingungen die Menschen dann leben werden. Über die klimatischen Bedingungen haben wir einiges gehört. Fakten sind hier für uns in Europa 1) dass die Nutz- und Zierpflanzen immer weiter nach Norden wandern 2) dass sich die Extremfälle des Wetters häufen und vor allem dass sie intensiver werden 3) dass sich die Trockenzonen, aber auch die Zonen mit häufigeren Niederschlägen verschieben.
4)
dass es in den Gebirgsregionen sowohl der Alpen als auch der
Mittelgebirge zu erheblichen
5)
dass ein sich wandelndes Klima bei den einheimischen
Konsumenten in Mittel- und Westeuropa Nordwanderungen von Nutz- und Zierpflanzen in Europa sind keine künftige Entwicklung sondern Gegenwart bzw. Vergangenheit. Bereits 1997 gab es mehrere Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung, in denen beschrieben wurde, wie Gartenpflanzen, die ursprünglich nur im Süden des Landes beheimatet waren, den Sprung über die Alpen geschafft haben. Wie sich die Flora des Tessins in den Gärten der Deutschschweiz ausbreitete. Erst kürzlich erschien eine ausführliche Studie des Instituts für Geobotanik an der Universität in Hannover, wonach die Wachstumsgrenze für die Stechpalme in den vergangenen 50 Jahren in Europa um einige Hundert Kilometer weiter nach Norden gewandert ist. Die Stechpalme (Ilex aquifolium) ist die einzige in Mitteleuropa heimische immergrüne Laubbaumart und gilt als guter Bioindikator für die Auswirkungen des Klimawandels. In den 1940er Jahren wuchs sie nur in Dänemark und Norddeutschland inzwischen hat sie die Ostsee übersprungen und ist in Schweden heimisch geworden. Dies sind nur zwei von mittlerweile Hunderten von Beispielen, die inzwischen nicht mehr nur die Flora sondern ganz massiv auch die Fauna betreffen von Schmetterlingen bis zu Vögeln, Fischen und Säugetieren. Und was die Rebe anbetrifft so haben einige der wichtigsten Edelrebsorten seit den 1980er Jahren ganz erstaunliche Wanderungen hinter sich gebracht. Vor allem Cabernet Sauvignon und Merlot sind etwa 500 Kilometer nach Norden gesprungen. Ihre nördliche Anbaugrenze liegt heute am Rheinknie. Im Augenblick ist es vor allem die Sorte Syrah, die sich weltweit ständig neue Standorte erobert. Der nördlichste Syrah-Rebstock ist zurzeit dokumentiert für Stralsund an der Ostsee. Das sind rund 800 Kilometer nördlich seiner eigentlichen Heimat an der Rhône. Eine Prognose des französischen Wissenschaftler Jean-Pierre Gaudillère vom Institut national de la recherche agronomique in Bordeaux, die auf einer Langzeitstudie basiert, besagt, dass mit einem Anstieg der Durchschnittstemperatur von einem Grad die Reben ca. 180 Kilometer nach Norden wandern. Rotweine des heute als klassisch empfunden Bordeaux-Typus werde es dann nur noch an der Loire geben können, während in den Anbaugebieten um Bordeaux alkoholreichere Weine eines eher südfranzösischen Typus erzeugt werden. Andere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der Chianti in Mittelitalien in den kommenden Jahrzehnten alle seine typischen Merkmale verlieren wird. Die römische Tageszeitung „La Repubblica“ zitierte Gregory Jones, Professor an der Southern Oregon University: „Wir rechnen damit, dass in der Chianti-Gegend in den nächsten 50 Jahren die Sommertemperaturen um durchschnittlich zwei Grad steigen werden. Die Qualität des Weines wird nicht mehr dieselbe sein, der Chianti wird sich ändern.“ Die nördliche Weinbaugrenze in Europa liegt laut Lehrbuch auf einer Linie von der Ahr über den Rheingau bis Sachsen und Grünberg in Polen. Das ist längst obsolet. Bereits in den 1980er Jahren übersprang die klimatische Grenze (bemessen nach der jährlichen Wärmesumme) des Edelweinanbaus den Ärmelkanal und macht seither in grösserem Umfang den Anbau von Wein in Südengland möglich. Die Grenze liegt hier eher in den südlich Midlands nördlich von London. Holland verfügt über ca. 150 Hektar Rebfläche. In Norddeutschland gibt es weit verstreut zwischen Hamburg und der Uckermark kleine Anbauinseln mit einem Umfang von ca. 20 Hektar. Die Nordgrenze des europäischen Weinbaus liegt an der Ostsee und zwar tendenziell nicht an der Südküste sondern an den Ufern Skandinaviens. Weinbau gibt es in ersten Anfängen sowohl in Schweden als auch in Dänemark und in Norwegen (Oslofjord). Angesichts dieser Tatsachen können jetzt natürlich warten bis im Schwarzwald Pinienhaine wachsen, aber dann ist es zu spät um in der Weinwirtschaft geeignete Massnahmen zu ergreifen. Nicht nur das Klima ist ein träges System, auch der Weinbau. Was wir heute dringend brauchen sind Versuchsanpflanzungen um festzustellen, ob es für die einzelnen Regionen Sorten gibt die unter den sich ändernden Bedingungen geeigneter sein könnten. Nicht wenig Gebiete in Europa stehen meiner Meinung nach vor der existentiellen Frage: Rotwein statt Weisswein. Vor allem die deutschen Winzer haben darauf bereits reagiert. Der Anteil der roten Rebsorten am bundesweiten Sortenspiegel hat sich in den vergangenen 25 Jahren von 11.4 Prozent (1980) auf 36 Prozent (2004) mehr als verdreifacht. Auch in einer Region wie der österreichischen Ost-Steiermark ist eine solche Tendenz klar zu erkennen. Klimatisch tendiert dieses Anbaugebiet eher zum pannonischen Klima des Burgenlandes und seine Winzer bauen dem zufolge verstärkt rote Rebsorten an. Willi Bründlmayer aus Langenlois im Kamptal vertritt die Auffassung, dass der Heiligenstein in Zöbing, traditionell eine der besten Rieslinglagen Österreichs, heute an der südlichen Anbaugrenze für diese Rebsorte in Europa liegt und diese Sorte im Laufe des Jahrhunderts hier verschwinden wird, weil sie dann nicht mehr das erwünschte Ergebnis bringen wird. Er experimentiert deshalb am Fuss des Berges mit einer Vielzahl roter Sorten und denkt daran in Zukunft dem Pinot noir den Vorzug zu geben und mit dem Riesling in weiter nördlich gelegene Weinberge des Anbaugebietes auszuweichen. Und im Süden Ungarns hat sich mit Villány ein Weinbaugebiet, das früher im Wesentlichen mit weissen Sorten bestockt war, zu einer der führenden Rotweinappellationen Mitteleuropas aufgeschwungen. Auch wären wir gut beraten, uns verstärkt um den genetischen Schatz der alten mitteleuropäischen Landrebsorten zu kümmern, statt diese weiter zurückzudrängen oder gar auszurotten. Sie könnten für die Zukunft eine Art Lebensversicherung für unsere Weinwirtschaft darstellen. In diesem Zusammenhang gewinnen auch Versuche, alte längst vergessene oder aus der Mode gekommene Cuvée-Kulturen oder -Spielarten neu zu entdecken und zu pflegen, an Bedeutung. Die so genannten Varietals sind nur für die Basisweine des Massenkonsums eine leichtverständliche Lösung; denn bei ihnen ist es letztlich egal woher sie kommen. Für die Produktion von Spitzenweinen vor allem unter dem Gesichtspunkt des Terroirs sind solche Weine eher kontraproduktiv, weil stark vom Klima und seiner Beständigkeit abhängig. Genau diese Voraussetzung wird aber in Zukunft nicht mehr gegeben sein. Doch kommen wir zu der Frage: wie sieht unsere Welt dann politisch und wirtschaftlich aus? In der Europäischen Union ist zu diesem Zeitpunkt längst die Entscheidung gefallen bis wohin sie reicht. Staaten wie die Türkei, aber auch Georgien, Armenien oder auch die Ukraine werden dann bereits Mitglieder sein. Die Frage der Ostgrenze der EU und damit die Neudefinition Europas, über die jetzt alle heftig streiten, wird abgeschlossen sein. Europa reicht dann vom Atlantik bis zum Kaukasus vom Nordkap bis vor die Küste Afrikas und falls sich Russland zu seinem europäischen Erbe bekennt und seine asiatischen Ambitionen aufgeben sollte, auch bis zum Ural. Der Norden Afrikas könnte so assoziiert sein wie zu Zeiten des römischen Reiches. Mittelmeer und Schwarzes Meer wären nicht mehr die Küsten Europas sondern genau wie die Ostsee europäische Binnenmeere. Heute zählt die EU ca. 460 Millionen Bürger. Das sind ca. 7,6 Prozent der Weltbevölkerung. Aber die EU erwirtschaftet in etwa ein Viertel des Welt-Bruttoinlandsproduktes. Ende dieser Dekade werden es durch die Aufnahme von Bulgarien, Rumänien und Kroatien über 500 Millionen sein und irgendwann jenseits von 2020 steigt diese Zahl auf um die 700 Millionen an. Diese EU ist dann nach China und Indien das bevölkerungsreichste Land der Welt. Angesichts dieses sich gleichzeitig erweiternden und vertiefenden Wirtschaftsraums Europa wird es Zeit umzudenken. Nicht zuletzt in der Weinindustrie. Unter den Beitrittsstaaten des vergangenen Jahres befanden sich fünf bedeutende Weinbau treibende Länder allen voran Ungarn (130.000 ha) und in geringerem Umfang Zypern (30.000 ha), die Slowakei (26.000 ha), Slowenien (18.000 ha) und Tschechien (12.000 ha). Die bisherige EU-Rebfläche ist daher von rund 3.5 Mio. Hektar (2000) um 210.000 Hektar auf über 3.7 Mio. Hektar (2004) gewachsen. Mit einem Beitritt der beiden Kandidaten Rumänien (250.000 ha) und Bulgarien (130.000 ha) wird sich das Areal der EU-Rebfläche nochmals um 380.000 Hektar vergrössern. Für die Staaten des westlichen Balkans gibt es nur wenig zuverlässige Zahlen, aber es scheint als seien von den einstmals 240.000 Hektar Jugoslawiens noch ca. 80 Prozent intakt. Serbien–Montenegro verfügt hier mit 82.000 Hektar über die grösste Fläche gefolgt von Kroatien mit 59.000 Hektar und Mazedonien mit 31.000 Hektar. Bosnien-Herzogwina mit 5.000 Hektar und Albanien mit 6.000 Hektar spielen eine eher untergeordnete Rolle. Die Gesamtrebfläche der EU dürfte also jenseits von 2010 bis auf knapp 4.3 Mio. Hektar wachsen. Das wären ziemlich genau 55 Prozent der heutigen Gesamtrebfläche der Erde. Die EU wächst so nach und nach zu einem Weinriesen, gegen den die grossen Produzenten der neuen Welt wie Zwerge wirken: USA (413.000 ha) Argentinien (209.000 ha) Chile (174.000 ha) Australien (140.000 ha) Südafrika (117.000 ha). Bei der Weinerzeugung wird in Zukunft das Verhältnis zwischen EU und dem Rest der Welt noch krasser aussehen als heute. Die heutige EU produziert mit ihren 178 Mio. hl knapp 2/3 der Weltweinerzeugung von 281 Mio. hl. Nach heutigen Zahlen hochgerechnet käme die Super-EU nach der zweiten Erweiterungsrunde auf eine Jahresproduktion von ca. 195 Mio. hl Wein. Da die Länder Mittel- und Osteuropas nach einhelliger Expertenmeinung aber bei der Erzeugung durch nicht ausgeschöpfte Möglichkeiten ein Potenzial von mindestens weiteren fünf bis 10 Mio. hl haben dürften, könnte die EU-Weinproduktion die Schwelle von 200 Mi. hl überspringen. Nach heutigen Zahlen ca. 70 Prozent der Weltweinproduktion. Die Zeit nach 2020 mit den nächsten Erweiterungsrunden mit Ländern wie der Türkei, Ukraine, Georgien ist da noch nicht berücksichtigt. Es wird keine Rolle spielen ob es zu einer Vollmitgliedschaft oder eine engen Anbindung durch privilegierte Partnerschaft kommt. Diese würde wirtschaftlich gesehen praktisch eine Vollmitgliedschaft entsprechen. Sonst macht sie keinen Sinn. Bis zum Jahr 2050 müssen wir auch noch die rund 300.000 Hektar in Moldawien, in der Ukraine und Georgien in unser Kalkül mit einbeziehen. Die Türkei ist das fünftgrösste Traubenanbauland der Welt. Allerdings werden nur drei Prozent der Trauben zu Wein verarbeitet. Als Rosinenproduzent steht die Türkei hinter Kalifornien an zweiter Stelle. In der türkischen Weinindustrie schlummert noch ein ungeahntes Potenzial. Das gleiche gilt für Russland mit einer Jahresproduktion von ca. 34 Millionen Liter. Letztendlich wird der Anteil Europas an der weltweiten Anbaufläche für Reben und an der Welt-Weinproduktion zwischen zwei Drittel und drei Viertel liegen. Bis dahin wird Europa eine einheitliche Währung haben. Mehr noch! Mit Euro bezahlen wird man dann nicht nur in England und am schwarzen Meer sondern auch in der Schweiz und weltweit in vielen Staaten. Der Euro wird den Dollar als Leitwährung abgelöst haben. Die Spotmarktpreise werden an den Euro gebunden sein nicht nur beim Erdöl auch beim Wein. Schengen ist bis dahin überall in Europa. Es wird eine europäische Polizei geben, die darüber wacht. Die wichtigsten Verkehrsprojekte werden soweit vorangeschritten sein, dass Warentransporte aber auch Fernreisen für Menschen einfacher und vor allem noch wesentlich schneller und günstiger werden als heute. Die Billigflieger haben in den letzten Jahren bereits das Reiseverhalten von Millionen Menschen verändert. Doch dies birgt auch tödliche Gefahren; denn nicht nur Ideen, Moden und Forschungsergebnisse verbreiten sich heute dank all dieser Möglichkeiten schneller, sondern auch Viren wie z.B. SARS oder aktuell die Vogelgrippe. Europa wird über das dichteste und perfekteste Kommunikations-Transport-Netz verfügen das es je gegeben hat. Nationale Bahn-, Post- und Fluggesellschaften werden verschwunden sein. Wenige grosse Carrier und Logistiker werden dieses Hin und Her organisieren zusammen mit vielen kleinen privatwirtschaftlichen Regionalunternehmen. Die Nationalstaaten werden – auch wenn sie sich heute dagegen sträuben - nahezu alle ihre Souveränitätsrechte an Brüssel abgegeben haben. Die dann im Amt befindlichen Nachfolger von Merkel, Berlusconi und Chirac werden mehr amerikanischen Gouverneuren als Staatschefs nach hergebrachtem europäischem Verständnis gleichen. Europa wird den Weg vom Staatenbund zum Bundesstaat gehen müssen oder scheitern. Letzteres wäre eine wirtschaftliche Katastrophe allergrössten Ausmasses. Die Kommunikation wird sich nicht nur vereinfachen weil Internet, Telefonie und Fernsehen bis dahin zu einem von wenigen Providern beherrschten Netzwerk geworden sind, sondern weil einerseits mehr Menschen eine Fremdsprache sprechen aber sich gleichzeitig die Zahl der relevanten Sprachen dramatisch reduzieren wird. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia nennt heute 87 lebende europäische Sprachen von Albanisch bis Zimbrisch. Genau 20 davon sind Amtssprachen innerhalb der EU, aber nur drei oder max. fünf wirklich relevant für die alltägliche grenzüberschreitende Kommunikation der Bürger. Nur englisch, deutsch und französisch wurden in der EU vor der Osterweiterung im Mai 2004 von jeweils mehr als einem Viertel der Bevölkerung gesprochen: englisch 47 %, deutsch 32 % und französisch 28 %. Dahinter folgen abgeschlagen: italienisch mit 18 % und spanisch mit 15 %. Für die erweiterte EU liegen noch keine Zahlen vor, aber polnisch und russisch haben dadurch an Bedeutung gewonnen. Interessant ist ein Blick auf die Schülerzahlen in den neuen Mitglieds- und Beitrittsländern Mittel und Osteuropas und ihre Präferenzen beim Erlernen von Fremdsprachen. Englisch liegt deutlich vorn gefolgt von deutsch. Französisch spielt wie die anderen Sprachen so gut wie keine Rolle. Man kann also davon ausgehen, dass bis 2020/30 nur noch jeder fünfte Europäer französisch sprechen wird, knapp die Hälfte deutsch, aber zwei von drei englisch. Binnen zweier Schülergenerationen wird es also in Europa nur noch zwei Sprachen geben, die kontinentweit als lingua franca dienen können. Eine gemeinsame bürgerliche europäische Identität wird es deshalb aber noch lange nicht geben. Im Gegenteil. Viele werden sich marginalisiert und kolonialisiert fühlen. Gar nicht so sehr im Osten, der dann wieder die Mitte sein wird, sondern vor allem im Süden und Westen Europas. Der wirtschaftliche Motor Europas wird sich ins Dreieck Warschau, Wien, Budapest verlagern. Hier werden sich auch in den Metropolen Mittel- und Osteuropas die alten bürgerlichen Milieus wiederbeleben. Fast alle diese Länder haben kulturelle Traditionen, die seit Jahrhunderten mit dem Genuss von Wein verbunden sind. Auf Grund der Verarmung weiter Bevölkerungsteile während der kommunistischen Zeit und in Folge der wirtschaftlichen Umbrüche nach 1990, kommt dies heute noch nicht zum Tragen. Wir werden dann in einer
multipolaren Welt leben mit den Zentren USA/Kanada, Europa, Indien,
China, Japan, Korea und vielleicht Südamerika. Welche Rolle die
arabische Welt spielen wird hängt davon ab, ob und wie sie es
schafft eine wirtschaftliche Basis für die Zeit nach dem Erdöl
aufzubauen sowie man es derzeit in einigen Golfstaaten bereits tut.
Für Europa stellt sich die alles entscheidende Frage, wo es sich
positioniert. Demographisch betrachtet wird es die Nummer drei sein.
Wirtschaftlich ist alles möglich von Platz eins bis Platz sieben.
Mit einiger Sicherheit gehören die beiden Unternehmen Carrefour und Metro dazu sowie Tesco, vielleicht Rewe. Die anderen Mitspieler werden noch gesucht. Sie werden durch Zusammenschlüsse und Übernahmen zwischen heute noch kleineren und mittleren Firmen entstehen und es werden vermutlich eher europäische Firmen sein. Diese Unternehmen werden eine Grundversorgung der Bevölkerung sicherstellen die wahrscheinlich weitgehend am Modell der deutschen Discounter ausrichten wird. Die Aldiisierung wird weite Teile der des Handels prägen überall in Europa. So wie sich in vielen Bereichen der Lebensmittelproduktion mit Konzernen und Konglomeraten wie Krafts, Nestlé und Unilever entsprechend grosse Unternehmen gebildet haben, strebt auch die Weinbranche nach einer anderen Dimension. Heute sind selbst die Giganten der Weinindustrie Zwerge im Vergleich zu den Handelsriesen. Nur wenn sie schnell wachsen können sie in Zukunft einigermassen auf gleicher Augenhöhe mit den Händlern agieren. Im Gegensatz zu den Märkten mit anderen Getränken, sei es Bier oder alkoholfreie Getränke, ist die Konzentration im Weingeschäft sehr gering. Selbst das derzeit grösste Weinunternehmen der Welt Constellation Brands hat nur einen Marktanteil von zwei bis drei Prozent. Die dringend erforderliche Konsolidierungsphase ist allerdings in vollem Gange. Wie viele globale Weinmultis das derzeitige Übernahme-Poker überleben und dann die Branche anführen werden, ist schwer vorherzusagen. Zurzeit sieht es danach auch, dass es fünf oder sechs sein werden. Chris Day, Ex-CEO des International Wine Investment Fund sagte in einem Interview für den HAWESKO Jahresbericht 2002, es könnten vielleicht auch zehn solcher Megakonzerne sein. Er prognostizierte damals, dass diese Firmen zusammen zwischen zehn und 15 Prozent des globalen Umsatzvolumens kontrollieren werden. Dies ist heute schon fast erreicht und dürfte für die Zukunft zu niedrig gegriffen sein. Die Weinproduktion wird sich dahin entwickeln, wo heute Bier und Spirituosen bereits sind. Relativ wenige grosse Marken mit ihren Subbrands werden den Markt beherrschen. Mondavi, Gallo oder BRL Hardys sind die Dimples, Fosters oder Bacardis der künftigen Weinszene. So wie es einerseits im grossen Stil die industriell gefertigten Blended Whiskies gibt und andererseits die raren und entsprechend teuren Single Malts, so wird es zukünftig vor allem zwei Arten von Wein geben: massenhaft hergestellte Konfektionsweine und handwerklich gefertigte Premiumweine bis hin zu den kultigen Icons. Die einen werden für jedermann erschwinglich sein, die anderen so teuer, dass kaum ein normal verdienender Bürger sie sich wird leisten können. Ich stimme mit Robert Parker überein: in zehn Jahren bereits werden die Preise für die ersten und zweiten Gewächse in Bordeaux sich mindestens verdoppeln gegenüber dem Höchststand von 2003. Jeder Weinmacher ob hierzulande oder sonst wo in der Welt muss sich heute überlegen, wo dann sein Platz sein wird. Über eines sollten sich die Winzer aber klar sein: ein Land oder eine Region, die nicht über einen oder mehrere Icon-Weine verfügen, werden nicht länger auf der Agenda des Fine Wine Markets stehen. Bei einer Tagung des Institute of Chartered Accountants of Australia Business of Wine in Adelaide stellte Sam Toley , chief executive der Australian Wine and Brandy Corporation, ein Drei-Strategien-Modell für grosse, mittlere und kleine Weinerzeuger vor mit dem diese in den kommenden zehn Jahren auf den Märkten operieren sollten: Grosse Erzeuger mit einem Umsatz von mehr als 50 Millionen australischen Dollar (ca. 30 Mio. Euro) müssen sich demnach um mehr Wachstum zu erreichen verbünden einerseits mit Traubenbauern und andererseits mit Supermarkt- und Handelsketten. Mittlere Erzeuger mit einem Umsatz zwischen 20 und 50 Millionen australischen Dollar (= 12 – 30 Mio. Euro) müssen ihren Fokus ausrichten auf ihre eigene spezielle Markenstrategie und sich Distributionswege mit einem höheren Grad der Spezialisierung suchen. Kleine Erzeuger mit einem Umsatz von weniger als 20 Millionen australische Dollar ( = 12 Mio. Euro) müssen sich in erster Linie am einheimischen oder regionalen Markt orientieren und völlig neue Wege kreieren um in einen direkten Kontakt mit Konsumenten zu gelangen; denn deren Bedürfnisse werden in erster Linie durch die mittleren und grossen Erzeuger über Handelsketten, Getränkemärkte und Weinshops abgedeckt. Diese sich abzeichnende Entwicklung erzwingt immer grössere Anpflanzungen in klimatisch möglichst stabilen Regionen, in denen durch Bewässerung regulierend eingegriffen werden kann. Es werden immer grössere Tankfarmen und Abfüllanlagen benötigt. Modernste Robotertechnik wird die Vollernter und Sortierbänder so revolutionieren, dass der teure Faktor Mensch weitgehend ausgeschaltet werden kann. Selbst kritische Fachleute werden erstaunt sein zu welchen respektablen Qualitäten dies führen wird. Für Europa stellt sich die Frage, ob seine Weinerzeuger in diesem Spiel dabei sein wollen oder ob sie es den Yellow Tails und Jacobs Creeks überlassen wollen. Platz und Möglichkeiten gibt es genug. Heute bereits auf Sizilien, in Süditalien, in der spanischen Mancha, dann aber auch im Karpatenbecken und am Schwarzen Meer. Es ist nur die Frage, was wir draus machen. Nach meiner Ansicht kann die Antwort nur lauten: wir brauchen den europäischen Qualitätsweinverschnitt. Niemand mehr wird sich dann darüber aufregen, dass diese Weine überall gleich schmecken; denn dies ist eine wesentliche Voraussetzung für ihren Erfolg. Wein wird mehr und mehr zu einem Alltagsgetränk, wird wie in der Bundesrepublik bereits weitgehend geschehen in alle sozialen Milieus, vor allem aber auch in neue ethnische Milieus vordringen. Dies kann man bereits in Ländern wie Indien und China beobachten. Länder ohne traditionelle Weinkultur, in denen es in den jungen, erfolgreichen Milieus der Grosstädte wie Shanghai und Bombay plötzlich fashionable wird Wein zu trinken. Ähnliches gilt auch für Istanbul, wo in Galatasarey die sorgfältig restaurierten Weinbars des frühen 20. Jahrhunderts zu modernen Szenetreffpunkten geworden sind. Oder nehmen wir Südafrika. Dort fand kürzlich das erste erfolgreiche Wine-Festival im Township von Soweto statt. Vor allem auch in den USA ist dieser Wandel spürbar. Dort feiert derzeit Cognac als Lifestyle-Item der Raper-Szene ein überraschendes Comeback bei der schwarzen Jugend und Wein als Gut des gehobenen Konsums hat die bürgerlichen Milieus der schwarzen Mittelklasse erreicht. Der Weinkonsum ist in den USA so dramatisch gestiegen, dass erstmals die grösste amerikanische Brauerei Anheuser-Busch von erheblichen Absatz-Rückgängen betroffen ist. Wein ist heute praktisch überall auf der Welt präsent. Kein Bundesstaat der USA, in dem nicht irgendwo auch Wein angebaut wird. Wein kommt aus Brasilien, aus Siam, aus Japan. Er wächst dank erster pilzresistenter Sorten auch dort, wo er klimatisch eigentlich keine Chance haben sollte. Viele Jahrtausende lang hatte sich der Weinbau zunächst auf Europa und Teile Vorder- und Südasiens beschränkt. Erst im Laufe der vergangenen 500 Jahre hat er sich auf der ganzen Welt verbreitet. Heute wird auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis Wein angebaut. Die Verbreitung der Reben begann mit den Entdeckungsfahrten der Spanier und Portugiesen und denen ihnen nachfolgenden Händlern und Konquistadoren. Einige Stationen: Mexiko (1521), Argentinien (1541), Chile (1550), Südafrika (1652), Kalifornien (1779), Australien (1788) und Neuseeland (1819). Dennoch blieb Weinkultur bis weit ins 19. Jahrhundert eine weitgehend europäische Angelegenheit. Und diese Alte Weinwelt war sehr einfach gestrickt: auf der einen Seite, die Höfe, der Adel, der Klerus, Grosskaufleute, Rats- und Handelsherren auf der anderen Seite das Volk. Die einen tranken tatsächlich etwas, was auch wir als Wein bezeichnen würden, die anderen das, was übrig blieb: die Weine der zweiten und dritten Pressung, Haustrunk und Gesindewein. Weinmode war ein Luxus der Reichen und Schönen. Einzige Ausnahme: die Soldaten. Seit den Zeiten der Landsknechte waren bei den Soldaten aller Länder in Europa zwei Weinsorten besonders gefragt: Muskateller und Branntwein. Der normale Konsument folgte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts einem lokalen oder bestenfalls regionalen Geschmack. Er war ein reiner Kirchturmtrinker. Erst die Weinpolitik der Nationalsozialisten machten im damaligen Deutschen Reich aus dem Wein, speziell aus dem Riesling, eine nationale Angelegenheit, propagierten ihn ein Volksgetränk. Bis dahin hatten die Erzeuger allein vorgegeben wie der Wein schmeckte. Jetzt wurde er erstmals fremdbestimmt. Seither haben wir verschiedene Moden kommen und gehen sehen und wir haben vor allem zwei grosse Geschmackstrends erlebt: die Coca-Colaisierung Deutschlands, die wesentlich zur Süssweinwelle der 1960er und 1970er bis hin zu den einschlägigen Weinskandalen beigetragen hat, und die so genannte Parkerisierung der Rotweine. In beiden Fällen reagierte die Weinwelt national bzw. weltweit auf Wünsche der Konsumenten. Das ist ein grundlegender Paradigmenwechsel. Es wird andere, vielleicht auch in ihrer Ungeniertheit überraschende Weinmoden geben. Ich weiss nicht wann und wie aber ich bin mir sicher, dass die Trends der Zukunft eher aus neuen aufstrebenden Gesellschaften Asiens kommen werden als aus den traditionellen Weinmilieus Europas. Diese Entwicklung findet ihren Niederschlag z.B. auch im zunehmenden Engagement nationaler Weinindustrien bei grossen Sportevents. Das ist nicht wirklich neu - bereits die Nationalsozialisten verknüpften 1936 in Berlin höchst erfolgreich die Olympiade mit ihrer nationalen Absatzstrategie für Wein – aber es ist auffallend: Die australische Weinwirtschaft gehörte zu den Hauptsponsoren der Olympiade in Sydney. Die Südafrikaner werden ihre Fussball-WM auch als gigantisches Weinfest feiern. Und selbst die deutsche Weinwirtschaft hat begriffen welche Chancen ihr die WM im eigenen Land bietet. Champagner Lanson sponsert Bayern München, Bandenwerbung für französischen Wein gibt es bei der Formel eins. Das sind erst die Anfänge. Wein könnte so in einer Weise popularisiert aber auch trivialisiert werden wie man es sich heute kaum vorstellen mag. Könnte! Denn es ist auch eine andere Entwicklung denkbar als diese rein von wirtschaftlichen Interessen geprägte. Die andere ist eher politischer und weltanschaulicher Natur und wird von einer Politikerkaste betrieben, die ihre Plätze quer durch alle Parteien und Lager hat. Sie möchten Gentechnik am liebsten ganz verbieten. Nur noch biologischen Weinbau fördern. Und überhaupt den Weinkonsum wie jeglichen Konsum von Alkohol überhaupt eindämmen. Krankenkassen werden Alkoholzuschläge verlangen. So könnten uns die nächsten Jahre auch ziemlich strikte Werbeverbote nicht nur für Tabak sondern auch für Alkohol bescheren, die auch den Wein beinhalten wenn auch vielleicht nicht komplett. In diesem zukünftigen europäischen Bundesstaat wird es vermutlich ebenso eine einheitliche Steuer auf Wein geben wie eine flächendeckende Null-Promille-Grenze und diese wird durch modernste Kontrolltechniken überprüft und durchgesetzt werden z.B. mit Autos, die erkennen ob der Fahrer etwas getrunken hat. Dadurch würde der Weingenuss z.B. in der Gastronomie noch rückläufiger werden als er es heute schon ist. Die meisten der stolzen jungen Sommeliers von heute wären dann überflüssig. Aber was wissen wir wirklich von dieser künftigen Welt, ihren Möglichkeiten und Moden? Vielleicht trinken auch die, die heute Wein predigen bis dahin lieber Wasser.
Dieser Text basiert auf einem Vortrag gehalten bei den Margreider Im Online-Weinforum talk-about-wine gibt es eine Diskussion zu diesem Thema:
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Datum der letzten Aktualisierung: 2006-11-01 |
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