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Zürich / 12.11.2006
Der Klimawandel verändert die Schweizer Wälder

Der Klimawandel hinterlässt seit einigen Jahren bereits sichtbare Spuren in den Schweizer Wäldern. So tauchen im Tessin immer häufiger wild wachsende Palmen auf und im Wallis werden die Föhren zusehends durch Flaumeichen verdrängt. Das Föhrensterben im Wallis setzte bereits vor Jahrzehnten ein verschärfte sich in den letzten rund zehn Jahren dramatisch. Die Walliser Föhrenwälder bedecken eine Fläche von rund 12 000 Hektar und machen elf Prozent der gesamten Waldfläche des Kantons aus. Nach einer Untersuchung der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf ist das Baumsterben aber nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Neben der zunehmenden Trockenheit ist es vor allem auch die Aufgabe von traditionellen Formen der Waldbewirtschaftung. Das Wallis ist die trockenste Region der Schweiz. Die Studie zeigt, dass die Bäume besonders im Sommer unter Wassermangel leiden. Die trockenen Sommer sind der Grund, weswegen eine beträchtliche Zahl von Föhren eingegangen ist. Im Lauf der letzten zwei Jahrzehnte verdoppelte sich die Zahl der Tage mit einer Durchschnittstemperatur von 20 Grad. Den Kiefern setzten die wiederholten Trockenperioden zu, während die Flaumeiche als eine ihrer Konkurrentinnen sie leichter erträgt. Auch Misteln setzen den Föhren zu. Rund ein Drittel der Nadelbäume tragen diese Parasiten, die ihnen Wasser und nahrhafte Substanzen entziehen. Früher wurden Misteln für medizinische Zwecke von den Bäumen geholt. Die Modellrechnungen der WSL zeigen, dass sich schon bald auch die Verbreitungsgebiete anderer Baumarten wie Fichte, Buche und Eiche sich verschieben könnte.

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